Hamburg-Nord ist einer der sieben Bezirke der Hansestadt und reicht von der Außenalster im Süden bis weit in den grünen Norden Hamburgs. Auf rund 58 Quadratkilometern leben hier nach dem Melderegister gut 331.000 Menschen1, verteilt auf 13 sehr unterschiedliche Stadtteile.
Die Spanne reicht vom dicht bebauten Innenstadtquartier Hoheluft-Ost bis zum fast ländlichen Langenhorn im Norden, von noblen Villenlagen an der Alster bis zu den Backsteinsiedlungen der 1920er-Jahre. Die folgende Reihenfolge orientiert sich an den Einwohnerzahlen, vom bevölkerungsreichsten Stadtteil abwärts. Stand aller Zahlen ist der 31. Dezember 20241.
1. Winterhude
- Einwohner: 61.192
- Fläche: 7,6 km²
- Lage: Westlich der Alster bis zur City Nord, größter Stadtteil des Bezirks
- Highlights: Stadtpark mit Planetarium, Goldbekkanal, Mühlenkampkanal, Kampnagel
- Charakter: Bürgerlich, grün, mit lebendigem Quartiersleben rund um den Mühlenkamp
- Verkehr: U1 und U3 (Borgweg, Sierichstraße, Saarlandstraße, Hudtwalckerstraße)
Winterhude ist mit gut 61.000 Einwohnern der mit Abstand bevölkerungsreichste Stadtteil von Hamburg-Nord und einer der beliebtesten Wohnstandorte der Stadt. Zwischen Alster und Barmbek erstreckt sich ein Quartier, das bürgerliche Villenlagen, dichte Gründerzeitstraßen und die strenge Backsteinmoderne der Jarrestadt aus den 1920er-Jahren vereint.
Das grüne Herz ist der Hamburger Stadtpark mit Planetarium, Freibad und großer Liegewiese. Entlang von Goldbek- und Mühlenkampkanal reihen sich Cafés, Restaurants und kleine Bootsanleger. Im Norden liegt mit der City Nord ein eigenes Büroviertel, im Osten entsteht mit dem Pergolenviertel ein neues Wohnquartier. Wer mehr über die Sehenswürdigkeiten im Bezirk wissen will, fängt meist hier an.
2. Langenhorn
- Einwohner: 48.901
- Fläche: 13,8 km²
- Lage: Nördlichster Stadtteil, rund 15 Kilometer vom Zentrum entfernt
- Highlights: Fritz-Schumacher-Siedlung, Asklepios Klinik Nord, Raakmoor
- Charakter: Weitläufig, durchgrünt, geprägt von Siedlungsbau und Einfamilienhäusern
- Verkehr: U1 (Langenhorn Markt, Langenhorn Nord, Ochsenzoll, Kiwittsmoor)
Langenhorn ist flächenmäßig der größte Stadtteil im Norden des Bezirks und mit fast 49.000 Einwohnern der zweitgrößte. Hier wird es deutlich ländlicher: Zwischen den Wohnsiedlungen liegen Felder, Kleingärten und mit dem Raakmoor ein renaturiertes Naturschutzgebiet.
Architektonisch prägend ist die Fritz-Schumacher-Siedlung aus den 1920er-Jahren, ein denkmalgeschütztes Beispiel des sozialen Wohnungsbaus. Größter Arbeitgeber im Stadtteil ist die Asklepios Klinik Nord, hervorgegangen aus einer Heil- und Pflegeanstalt von 1893. Die U1 bindet Langenhorn entlang ihrer nördlichen Äste an die Innenstadt an.
3. Barmbek-Nord
- Einwohner: 44.062
- Fläche: 3,9 km²
- Lage: Östlich des Stadtparks, dicht bebaut
- Highlights: Asklepios Klinik Barmbek, Museum der Arbeit (Grenze), Wasserturm
- Charakter: Backsteindichte der 1920er, lebendig und gemischt
- Verkehr: U3 (Habichtstraße), S1 und U3 (Bahnhof Barmbek), Rübenkamp
Barmbek-Nord ist ein Paradebeispiel für den Hamburger Wohnungsbau der 1910er- und 1920er-Jahre. Rund um den Habichtsplatz entstanden in der Weimarer Zeit über 4.000 Wohnungen im roten Backstein der Neuen Sachlichkeit, ein Ensemble von internationaler stadtplanerischer Bedeutung.
Der Stadtteil ist dicht und urban, mit über 11.000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Wichtige Ankerpunkte sind die Asklepios Klinik Barmbek und der zum Restaurant umgebaute Wasserturm. Der Bahnhof Barmbek ist als Kreuzungspunkt von S1 und U3 einer der zentralen Verkehrsknoten im Osten des Bezirks.
4. Barmbek-Süd
- Einwohner: 37.091
- Fläche: 3,1 km²
- Lage: Zwischen Uhlenhorst, Eilbek und Barmbek-Nord
- Highlights: Museum der Arbeit, Osterbekkanal, Alster-City
- Charakter: Ehemaliges Arbeiterviertel, heute jung und im Wandel
- Verkehr: U3 (Dehnhaide, Hamburger Straße, Mundsburg)
Barmbek-Süd war über Jahrzehnte ein klassisches Arbeiterviertel und trägt diese Geschichte bis heute sichtbar. Im ehemaligen Fabrikgebäude der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie residiert das Museum der Arbeit, das an die industrielle Vergangenheit des Stadtteils erinnert.
Heute ist der dicht bebaute Stadtteil bei jungen Familien und Berufseinsteigern gefragt. Entlang des Osterbekkanals und rund um das Bürozentrum Alster-City hat sich das Quartier stark gewandelt. Die U3 erschließt Barmbek-Süd mit gleich drei Stationen. Wer die Geschichte des Bezirks nachvollziehen will, findet hier viele Spuren.
5. Eppendorf
- Einwohner: 25.234
- Fläche: 2,7 km²
- Lage: Westlich der Alster, an Hoheluft und Harvestehude grenzend
- Highlights: Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), Isemarkt, St. Johannis
- Charakter: Gehoben, kleinteilig, mit lebendiger Einkaufsstraße
- Verkehr: U1 und U3 (Kellinghusenstraße), U3 (Eppendorfer Baum)
Eppendorf gilt als einer der wohlhabendsten und begehrtesten Stadtteile Hamburgs. Die Eppendorfer Landstraße und der Eppendorfer Baum sind beliebte Einkaufs- und Ausgehmeilen mit Boutiquen, Cafés und Restaurants. Das durchschnittliche Einkommen liegt deutlich über dem Hamburger Schnitt.
Größter Einzelstandort ist das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), 1884 gegründet und eine der wichtigsten Kliniken Norddeutschlands. Unter der Hochbahn am Eppendorfer Baum findet zweimal wöchentlich der Isemarkt statt, einer der längsten Wochenmärkte Europas. Mehr Zahlen zum Wohnen findest du im Mietspiegel für Hamburg-Nord.
6. Uhlenhorst
- Einwohner: 19.251
- Fläche: 2,2 km²
- Lage: Östlich der Außenalster, zwischen Osterbek und Eilbek
- Highlights: Außenalster, Mundsburg-Hochhäuser, Literaturhaus, Imam-Ali-Moschee
- Charakter: Ruhig, wohlhabend, von Villen und Kanälen geprägt
- Verkehr: U3 (Mundsburg), U3 (Uhlandstraße), U1 (Wartenau)
Uhlenhorst liegt am Ostufer der Außenalster und gehört zu den ruhigsten und teuersten Wohnlagen des Bezirks. Prächtige Villen, baumbestandene Straßen und die Wasserwege von Osterbek und Eilbek prägen das Bild. Das durchschnittliche Einkommen zählt zu den höchsten in ganz Hamburg.
Bekannte Adressen sind das Literaturhaus am Schwanenwik, das Ernst Deutsch Theater an der Mundsburg und die persische Imam-Ali-Moschee am Alsterufer. Die drei Mundsburg-Türme sind ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Erschlossen wird der Stadtteil vor allem über die U3 am Bahnhof Mundsburg.
7. Ohlsdorf
- Einwohner: 17.813
- Fläche: 7,2 km²
- Lage: Zwischen Alsterdorf, Fuhlsbüttel und Barmbek-Nord
- Highlights: Friedhof Ohlsdorf (größter Parkfriedhof der Welt), PARABEL
- Charakter: Vom Friedhof dominiert, ansonsten ruhig und grün
- Verkehr: U1 und S1 (Ohlsdorf, Anschluss zum Flughafen)
Ohlsdorf wird von einem einzigen, riesigen Bauwerk geprägt: dem Friedhof Ohlsdorf, mit rund 389 Hektar dem größten Parkfriedhof der Welt. Mit seinen Alleen, Teichen und alten Baumbeständen ist er zugleich ein bedeutendes Naherholungsgebiet.
Verwaltungsmäßig gehören auch Klein Borstel und der südliche Teil von Fuhlsbüttel mit der Justizvollzugsanstalt, im Volksmund Santa Fu, zu Ohlsdorf. Der Bahnhof Ohlsdorf ist als Kreuzung von U1 und S1 ein wichtiger Knoten, von hier fährt die S1 direkt zum Hamburger Flughafen. 2025 eröffnete in der ehemaligen St.-Nikodemus-Kirche das Kunsthaus PARABEL.
8. Dulsberg
- Einwohner: 17.230
- Fläche: 1,2 km²
- Lage: Südöstlichster Stadtteil, an Wandsbek grenzend
- Highlights: Straßburger Platz, Schumacher-Siedlung, Olympiastützpunkt
- Charakter: Sehr dicht, geschlossene Backsteinblöcke der 1920er
- Verkehr: U1 (Straßburger Straße, Alter Teichweg), S1 (Friedrichsberg)
Dulsberg ist mit nur 1,2 Quadratkilometern einer der kleinsten und zugleich am dichtesten besiedelten Stadtteile Hamburgs. Stadtbaurat Fritz Schumacher plante das Viertel in den 1920er-Jahren als Mustersiedlung mit geschlossenen Backsteinblöcken und einem rund 50 Meter breiten Grünzug, der den Stadtteil von Nord nach Süd durchzieht.
Dulsberg gehört zu den einkommensschwächeren Quartieren der Stadt und steht im Fokus von Förderprogrammen für sozialen Zusammenhalt. Zentraler Platz ist der Straßburger Platz, sportliches Aushängeschild der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein. Wie sich das in den Lebenshaltungskosten niederschlägt, zeigt der Vergleich mit den Alsterlagen.
9. Alsterdorf
- Einwohner: 15.644
- Fläche: 3,1 km²
- Lage: Beiderseits der Alster im Norden des Bezirks
- Highlights: Evangelische Stiftung Alsterdorf, Alsterwanderweg, Sporthalle
- Charakter: Gemischt, von Backsteinsiedlungen bis Gründerzeit
- Verkehr: U1 (Alsterdorf, Sengelmannstraße)
Alsterdorf wird von der Alster durchzogen, die hier noch als schmaler Fluss verläuft. Das Bild des Stadtteils reicht von roten Backsteinsiedlungen über Gründerzeithäuser bis zu modernen Neubauten. Der Alsterwanderweg führt mitten hindurch.
Prägend ist die Evangelische Stiftung Alsterdorf, um 1860 von Pastor Heinrich Matthias Sengelmann als Einrichtung für Menschen mit Behinderung gegründet und bis heute ein großer Träger und Arbeitgeber. Bekannt ist außerdem die Alsterdorfer Sporthalle als Veranstaltungsort. Die U1 erschließt den Stadtteil mit zwei Stationen.
10. Fuhlsbüttel
- Einwohner: 13.984
- Fläche: 6,6 km²
- Lage: Nördlich von Ohlsdorf, beidseits der Alster
- Highlights: Hamburg Airport, KZ-Gedenkstätte Fuhlsbüttel, Alstertal
- Charakter: Vom Flughafen geprägt, daneben ruhige Wohnlagen am Wasser
- Verkehr: U1 (Fuhlsbüttel, Fuhlsbüttel Nord), S1 zum Flughafen
Fuhlsbüttel ist vor allem als Standort des Hamburg Airport bekannt, der rund zwei Drittel der Stadtteilfläche einnimmt. Der internationale Verkehrsflughafen ist seit 1911 in Betrieb und einer der ältesten der Welt an seinem ursprünglichen Standort.
Abseits des Flughafens prägen ruhige Wohnstraßen und das grüne Alstertal den Stadtteil. An die NS-Zeit erinnert die KZ-Gedenkstätte Fuhlsbüttel im ehemaligen Gefängnis, eingerichtet 1987. Die U1 hält mit zwei Stationen im Stadtteil, die S1 verbindet den Flughafen seit 2008 mit der Innenstadt.
11. Groß Borstel
- Einwohner: 10.939
- Fläche: 4,5 km²
- Lage: Westlich des Flughafens, an Eimsbüttel grenzend
- Highlights: Stavenhagenhaus, Eppendorfer Moor, Tarpenbek
- Charakter: Dörflich, ruhig, durchgrünt am Stadtrand
- Verkehr: Buslinien, B433, keine eigene Schnellbahnstation
Groß Borstel liegt südlich des Flughafens und hat sich trotz der Nähe zur Stadt einen fast dörflichen Charakter bewahrt. Im Westen bildet die Tarpenbek die Grenze, dahinter beginnt der Bezirk Eimsbüttel. Mit dem Eppendorfer Moor liegt eines der größten innerstädtischen Moore Europas am Rand des Stadtteils.
Kulturelles Zentrum ist das barocke Stavenhagenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert, heute ein Bürgerhaus. Eine eigene Schnellbahnstation hat Groß Borstel nicht, die Anbindung läuft über mehrere Buslinien. Bis 1933 gab es hier sogar eine bekannte Pferderennbahn.
12. Hohenfelde
- Einwohner: 10.097
- Fläche: 1,1 km²
- Lage: Kleiner Stadtteil am Ostufer der Außenalster
- Highlights: Kuhmühlenteich, Alsterschwimmhalle, Marienkrankenhaus
- Charakter: Dicht und innerstädtisch, mit Wasserlage an der Alster
- Verkehr: U1 und U3 (Lübecker Straße), U3 (Uhlandstraße), S1 (Landwehr)
Hohenfelde ist mit gut einem Quadratkilometer einer der kleinsten Stadtteile des Bezirks und zugleich sehr dicht bebaut. Er liegt am Ostufer der Außenalster, rund um den idyllischen Kuhmühlenteich, und gehört zu den innerstädtischen Wohnlagen direkt am Wasser.
Bekannte Adressen sind die Alsterschwimmhalle von 1973 mit ihrer markanten Dachkonstruktion und das Marienkrankenhaus. Im Zweiten Weltkrieg wurde Hohenfelde während der Operation Gomorrha 1943 zu rund 70 Prozent zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Verkehrlich ist der Stadtteil über die Lübecker Straße gut erschlossen.
13. Hoheluft-Ost
- Einwohner: 9.853
- Fläche: 0,6 km²
- Lage: Kleinster Stadtteil, an Eppendorf und Eimsbüttel grenzend
- Highlights: Falkenried-Terrains, Hoheluftchaussee, ehemaliges Onkel Pö
- Charakter: Sehr dicht, geschlossene Gründerzeitbebauung
- Verkehr: U3 (Hoheluftbrücke), Metrobus 5 auf der Hoheluftchaussee
Hoheluft-Ost ist mit nur 0,6 Quadratkilometern der flächenkleinste Stadtteil von Hamburg-Nord und mit rund 16.400 Einwohnern pro Quadratkilometer einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile Deutschlands. Die weitgehend erhaltene Gründerzeitbebauung gibt dem Quartier ein geschlossenes, urbanes Gesicht.
Bekannt sind die Falkenried-Terrains, ehemalige Arbeiterwohnungen der Straßenbahnwerkstätten, sowie die Hoheluftchaussee als belebte Geschäftsstraße. Hier lag auch der legendäre Jazzclub Onkel Pö. Der Stadtteil entstand erst 1951 als eigenständige Einheit aus früherem Eppendorfer Gebiet. Wie viele Menschen insgesamt im Bezirk leben, zeigt unsere Einwohner-Übersicht.
Ausblick: Wohin sich Hamburg-Nord entwickelt
Trotz seiner zentralen Lage wächst der Bezirk weiter. In Winterhude entsteht mit dem Pergolenviertel zwischen Stadtpark und Friedhof Ohlsdorf ein neues Wohnquartier mit rund 1.400 Wohnungen. Die City Nord wird vom reinen Bürostandort der 1960er-Jahre Schritt für Schritt zu einem gemischten Quartier mit mehr Wohnen und Grün umgebaut.
Im Norden bleiben Langenhorn und Fuhlsbüttel über den Flughafen und die Asklepios Klinik Nord wichtige Arbeits- und Versorgungsstandorte. In den dichteren Quartieren wie Dulsberg und Barmbek-Nord laufen Programme für sozialen Zusammenhalt und behutsame Sanierung weiter.
Wer Hamburg-Nord wirklich kennenlernen will, kommt um einen Streifzug durch die Stadtteile nicht herum. Jeder bringt seinen eigenen Charakter mit, von der noblen Alsterlage bis zum dörflichen Rand. Mehr Zahlen und Trends findest du in der Statistik zu Hamburg-Nord und im Überblick zur Sicherheitslage.