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Nachrichten aus Hamburg-Nord
Lokales

Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Hamburg-Nord

Vom Stadtpark mit Planetarium über die Außenalster bis zum größten Parkfriedhof der Welt: ein Streifzug durch den grünen Norden Hamburgs.

Von Sabine Keller | 21. Juni 2026
Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Hamburg-Nord © Foto: Ajepbah / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Mädchenfigur an der Schule Genslerstraße in Barmbek-Nord.

Hamburg-Nord steht selten in den großen Reiseführern. Die richten ihre Leser auf die Speicherstadt, die Elbphilharmonie und die Reeperbahn aus, also auf das südliche und westliche Hamburg an der Elbe. Dabei liegt der Bezirk im Norden der Stadt mit dem Stadtpark, der Außenalster und dem größten Parkfriedhof der Welt gleich an mehreren Sehenswürdigkeiten, die es mit jeder Hafenattraktion aufnehmen.

Hamburg-Nord reicht von der Uhlenhorst am Ufer der Außenalster bis nach Langenhorn am Stadtrand und umfasst 13 Stadtteile, darunter Eppendorf, Winterhude, Barmbek und Fuhlsbüttel. Wer den Bezirk erkundet, findet das wohl älteste Dorf Hamburgs, eine Festwiese von der Größe mehrerer Fußballfelder, Industriearchitektur aus der Kaiserzeit und stille Alsterkanäle. Dreizehn Orte, die zeigen, warum sich der Weg in den Norden lohnt.

Was dich erwartet

1. Hamburger Stadtpark

  • Adresse: Südring 5b, 22303 Hamburg (Winterhude)
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Familien, Sportler, Sonnenanbeter, Konzertbesucher
  • Verkehr: U-Bahn Borgweg oder Saarlandstraße (U3)

Der Stadtpark in Winterhude ist mit rund 148 Hektar die drittgrößte Grünfläche Hamburgs und das grüne Herz des Bezirks. Angelegt wurde er ab 1912 nach Plänen des Oberbaudirektors Fritz Schumacher und des Gartenarchitekten, in Teilen eröffnet 1914 und erst 1928 vollendet. Schon Alfred Lichtwark, der Direktor der Kunsthalle, hatte die Idee eines Volksparks für alle Hamburger angestoßen.

Das Zentrum bildet die riesige Festwiese, an deren Achse der ehemalige Wasserturm steht. Im Sommer locken der Stadtparksee, das angegliederte Naturbad und die Liegewiesen, im Nordosten liegt die Freilichtbühne, auf der seit Jahrzehnten die bekannten Stadtparkkonzerte stattfinden. Wer mehr über die Demografie des Bezirks wissen will, findet die Zahlen in unserem Überblick zu den Einwohnern von Hamburg-Nord.

2. Planetarium Hamburg

  • Adresse: Hindenburgstraße 1b, 22303 Hamburg (im Stadtpark)
  • Eintritt: ca. 11 bis 17 Euro je nach Show
  • Geeignet für: Familien, Sternenfreunde, Musikliebhaber
  • Verkehr: U-Bahn Borgweg (U3), dann Fußweg durch den Park

Der markante Backsteinturm mitten im Stadtpark wurde von 1912 bis 1916 als Wasserturm errichtet. 1929 wurde der Umbau zum Planetarium beschlossen, ein Jahr später folgte die Eröffnung. Damit zählt das Haus zu den dienstältesten Sternentheatern der Welt und ist nach einer zweijährigen Modernisierung zugleich eines der modernsten.

Mehr als 300.000 Besucher kommen jedes Jahr, um unter der Kuppel Reisen durch den Kosmos, Musikshows und Wissenschaftsvorträge zu erleben. Von der Aussichtsplattform in luftiger Höhe blickt man weit über den Park und die Dächer Winterhudes. Seit 1981 steht der Bau als Kulturdenkmal unter Schutz.

3. Friedhof Ohlsdorf

  • Adresse: Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg (Ohlsdorf)
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Spaziergänger, Naturfreunde, Geschichtsinteressierte
  • Verkehr: S-Bahn und U-Bahn Ohlsdorf (S1, U1)

Mit rund 389 Hektar ist der Friedhof Ohlsdorf der größte Parkfriedhof der Welt und zugleich die größte Grünanlage Hamburgs. Eröffnet wurde er am 1. Juli 1877. Der Architekt und spätere Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes legte ihn von Anfang an als Landschaftsgarten nach englischem Vorbild an, mit geschwungenen Wegen, Teichen und altem Baumbestand.

Auf der Pariser Weltausstellung 1900 wurde die Anlage mit einem Grand Prix ausgezeichnet. Heute ist Ohlsdorf ein Ort der Stille und ein Naturdenkmal zugleich: Zwischen historischen Mausoleen, Grabskulpturen und modernen Themengräbern führen eigene Buslinien über das Gelände. Am schönsten ist es zur Rhododendronblüte von Ende April bis Anfang Juni.

4. Außenalster und Alsterufer

  • Highlights: Schöne Aussicht, Alsterwiesen, Bootsverleihe
  • Eintritt: frei (Bootsfahrten ab ca. 18 Euro)
  • Geeignet für: Jogger, Radfahrer, Segler, Flaneure
  • Verkehr: U-Bahn Hudtwalckerstraße (U1) oder Bus zur Uhlenhorst

Die rund 164 Hektar große Außenalster ist Hamburgs blaues Wohnzimmer, und ihr Ost- und Nordufer gehört zu Hamburg-Nord. Vom Uferweg an der Uhlenhorst aus breitet sich der See vor einem aus, im Sommer dicht bevölkert von Seglern, Ruderern und Stand-up-Paddlern. Die rund sieben Kilometer lange Runde ums Wasser ist eine der beliebtesten Joggingstrecken der Stadt.

Besonders eindrucksvoll ist die Straße Schöne Aussicht an der Uhlenhorst, gesäumt von Villen und dem Gästehaus des Senats. Vom benachbarten Feenteich aus, einem stillen Nebenarm, gelangt man auf zahllosen kleinen Kanälen ins Wasserlabyrinth zwischen Winterhude und Uhlenhorst.

5. Dorf Eppendorf und Eppendorfer Mühlenteich

  • Adresse: rund um die Eppendorfer Landstraße, 20251 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Stadtbummler, Genießer, Familien
  • Verkehr: U-Bahn Kellinghusenstraße (U1, U3)

Eppendorf gilt als ältester Stadtteil Hamburgs. Schon 1140 taucht der Ort als eppenthorp in den Urkunden auf, als der Erzbischof einen Hof an Hamburg verlieh. Aus dem einstigen Bauerndorf an der Alster ist eines der gefragtesten Wohnviertel der Stadt geworden, mit Gründerzeithäusern, schicken Geschäften und Cafés rund um die Eppendorfer Landstraße.

Ein Idyll mitten im Viertel ist der Eppendorfer Mühlenteich. Jeden Winter beziehen hier mehr als hundert Höckerschwäne ihr Quartier, bevor der Schwanenvater sie im November per Boot in den nahen Hayns Park bringt. Wer einen Kaffee sucht, wird in den Lokalen ringsum schnell fündig, eine Auswahl bieten unsere Cafés in Hamburg-Nord.

6. Museum der Arbeit in Barmbek

  • Adresse: Wiesendamm 3, 22305 Hamburg (Barmbek-Nord)
  • Eintritt: ca. 8,50 Euro, Kinder und Jugendliche frei
  • Geeignet für: Technikbegeisterte, Familien, Geschichtsinteressierte
  • Verkehr: S-Bahn und U-Bahn Barmbek (S1, U3)

Das Museum der Arbeit steht auf dem Gelände der ehemaligen New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie, die 1871 gegründet wurde. Aus Rohkautschuk entstand hier Hartgummi für Kämme, Schreibgeräte und Pfeifen, und die Fabrik war einst der größte Arbeitgeber Barmbeks. Es ist eines der ältesten erhaltenen Fabrikensembles der Stadt.

1997 eröffnete das Museum der Stiftung Historische Museen Hamburg auf dem Areal. Erhalten sind die Alte Fabrik, das Kesselhaus, die Zinnschmelze und das Torhaus. Die Dauerausstellung erzählt von der Arbeit in den überseeischen Kontoren und von der Gummiproduktion, dazu gehört eine funktionsfähige Druckwerkstatt.

7. Komponistenviertel in Barmbek-Süd

  • Adresse: rund um die Wagnerstraße, 22081 Hamburg
  • Eintritt: frei (bewohntes Wohnviertel)
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Spaziergänger
  • Verkehr: U-Bahn Mundsburg (U3) oder Dehnhaide (U3)

Das Komponistenviertel in Barmbek-Süd verdankt seinen Namen einem Missverständnis. 1877 wurde die Wagnerstraße ganz nüchtern nach dem Grundeigentümer Franz Heinrich David Wagner benannt. Bewohner wie Behörden dachten jedoch an den Komponisten Richard Wagner und benannten die umliegenden Straßen tatsächlich nach Tonkünstlern.

So entstanden Beethoven-, Mozart-, Schubert-, Schumann-, Gluck- und Weberstraße. Heute ist das Quartier mit seinen klinkerroten Wohnzeilen aus den zwanziger Jahren, vielfach von Fritz Schumacher geprägt, ein beliebtes Wohnviertel. Ein Spaziergang durch die ruhigen Straßen zeigt den Backsteinexpressionismus der Hamburger Moderne.

8. Imam-Ali-Moschee an der Außenalster

  • Adresse: Schöne Aussicht 36, 22085 Hamburg (Uhlenhorst)
  • Eintritt: frei (Außenbesichtigung)
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Alsterspaziergänger
  • Verkehr: Bus bis Mundsburger Brücke, dann am Ufer entlang

Direkt am Ostufer der Außenalster steht die Imam-Ali-Moschee, im Volksmund Blaue Moschee genannt. Sie wurde von 1960 bis 1965 errichtet und gilt als eine der ältesten Moscheen Deutschlands. Vorbild war die Imam-Ali-Moschee im irakischen Nadschaf, von der die Kuppel und die beiden Minarette ihre Form übernehmen.

Die blau schimmernde Kuppel ist von weiten Teilen des Alsterufers aus zu sehen und ein markanter Punkt im Stadtbild der Uhlenhorst. Das umgebende Villenviertel mit seinen Jugendstilfassaden gehört zu den ruhigsten und teuersten Wohnlagen Hamburgs.

9. Goldbekkanal und die Kanäle Winterhudes

  • Highlights: Goldbekkanal, Mühlenkampkanal, Bootsanleger
  • Eintritt: frei (Kanutouren ab ca. 15 Euro)
  • Geeignet für: Paddler, Genießer, Familien
  • Verkehr: U-Bahn Sierichstraße (U3)

Winterhude ist von einem Netz aus Kanälen durchzogen, das einst der Entwässerung der feuchten Wiesen diente und heute eine der charmantesten Wasserlandschaften der Stadt bildet. Rund um den Goldbekkanal und den Mühlenkampkanal haben sich lauschige Cafés, Restaurants und Bootsanleger angesiedelt.

Am Goldbekplatz liegt das Goldbekhaus, ein traditionsreiches Stadtteilzentrum mit Kulturprogramm und Wochenmarkt. Von den Anlegern aus lassen sich die Kanäle bis hinüber zur Außenalster und in den Stadtpark erpaddeln. Der Mühlenkamp mit der Gertigstraße bildet das lebendige Zentrum Winterhudes mit inhabergeführten Läden.

10. Isemarkt in Eppendorf und Hoheluft

  • Adresse: unter der U-Bahn-Trasse der Isestraße, 20149 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Genießer, Marktbummler, Frühaufsteher
  • Termine: Dienstag- und Freitagvormittag

Der Isemarkt gilt als einer der schönsten Wochenmärkte Deutschlands und als längster Freiluftmarkt Europas. Er erstreckt sich dienstags und freitags über mehrere hundert Meter unter dem markanten Hochbahnviadukt zwischen den Stationen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum.

Unter den eisernen Bögen der historischen U-Bahn-Trasse reihen sich Stände mit Obst, Käse, Blumen, Fisch und Feinkost. Der Markt ist ein Treffpunkt des ganzen Viertels und ein guter Startpunkt für einen Bummel durch Eppendorf. Wer frisches Brot sucht, wird auch abseits des Markts fündig, etwa bei den Bäckereien in Hamburg-Nord.

11. Hamburg Airport in Fuhlsbüttel

  • Adresse: Flughafenstraße 1 bis 3, 22335 Hamburg (Fuhlsbüttel)
  • Eintritt: Terminals frei zugänglich
  • Geeignet für: Technikfans, Familien, Plane-Spotter
  • Verkehr: S-Bahn Hamburg Airport (S1)

Der Hamburg Airport in Fuhlsbüttel wurde am 10. Januar 1911 gegründet und ist damit der älteste noch in Betrieb befindliche internationale Flughafen Deutschlands. In den Anfangsjahren starteten von dem Gelände nahe dem Dorf Fuhlsbüttel vor allem Zeppeline, kurz nach dem Ersten Weltkrieg kamen die ersten Flugzeuge hinzu.

Seit 2016 trägt der Flughafen den Namen des Hamburger Altkanzlers Helmut Schmidt. Mit über 13 Millionen Passagieren im Jahr 2023 zählt er zu den fünf größten Flughäfen Deutschlands. Die Aussichtsterrasse und das Modellschiff-Restaurant in der Halle sind beliebte Ausflugsziele auch für Nicht-Reisende.

12. Hayns Park in Eppendorf

  • Adresse: Curschmannstraße, 20251 Hamburg (Eppendorf)
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Naturfreunde, Familien, Ruhesuchende
  • Verkehr: U-Bahn Kellinghusenstraße (U1, U3)

Mitten in Eppendorf, an der Alster gelegen, ist der Hayns Park eine kleine grüne Oase. Im 19. Jahrhundert hatte der Hamburger Bürgermeister Max Theodor Hayn hier seinen Sommersitz, erst seit 1931 ist der Park für die Öffentlichkeit zugänglich. Alte Bäume, ein Teich und geschwungene Wege prägen die Anlage.

Im Winter dient der Park als Quartier für die Höckerschwäne vom Eppendorfer Mühlenteich. In unmittelbarer Nähe liegt das Universitätsklinikum Eppendorf, dessen historische Pavillonbauten Ende des 19. Jahrhunderts als Hamburger Pionierleistung zum Infektionsschutz errichtet wurden.

13. Alstertal und die Quelle der Alster im Norden

  • Highlights: Alsterwanderweg, Naturschutzgebiete, Moore
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Wanderer, Radfahrer, Vogelbeobachter
  • Verkehr: U-Bahn Klein Borstel oder Ohlsdorf

Im Norden des Bezirks, wo Hamburg in das Umland übergeht, verläuft die Alster noch als schmaler Fluss. Der Alsterwanderweg führt von hier flussaufwärts durch eine überraschend ländliche Landschaft, vorbei an Wiesen, Wehren und alten Wassermühlen, bis weit in die schleswig-holsteinischen Stormarner Gemeinden.

Rund um Langenhorn und Groß Borstel liegen mehrere Naturschutzgebiete: das Raakmoor, das Rothsteinsmoor und das Eppendorfer Moor sind Reste alter Moorlandschaften mit seltenen Pflanzen und Vögeln. Wer dem Wasser flussabwärts folgt, gelangt durch den Stadtpark und die Kanäle Winterhudes bis zur Außenalster, eine der schönsten Verbindungen von der Natur ins Zentrum der Stadt.

Drei Geheimtipps für später
  • Stadtparkkonzerte: Open-Air-Sommerabende auf der Freilichtbühne im Stadtpark, oft mit großen Namen
  • Schwanenwik: Alsterwiese am Übergang zur Uhlenhorst, perfekt für ein Picknick mit Skylineblick
  • Ohlsdorf zur Rhododendronblüte: der Parkfriedhof Ende Mai in voller Pracht, fast für sich allein

Ausblick: Was als nächstes für Besucher entsteht

Hamburg-Nord wird für Tagesausflügler in den nächsten Jahren noch attraktiver. Der Stadtpark wird Schritt für Schritt saniert, die Festwiese und die Freilichtbühne bleiben das Zentrum für Konzerte und Sport. Rund um Barmbek und die alten Industriestandorte entstehen neue Quartiere, die das Museum der Arbeit und die Backsteinkultur des Bezirks stärker ins Licht rücken.

Hamburg-Nord ist kein Ort, an dem man eine Liste abarbeitet. Es ist ein Ort, an dem man sich Zeit nimmt, eine Runde um die Alster joggt, auf der Festwiese liegt, über den Isemarkt schlendert und sich wundert, dass man in derselben Stadt wie die Speicherstadt ist.

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