Hamburg-Nord liegt wie ein breites Band zwischen Alster und Flughafen und vereint sehr unterschiedliche Welten: das mondäne Eppendorf rund um die Klinikstadt, den weiten Stadtpark in Winterhude, die dichten Arbeiterviertel von Barmbek und Dulsberg sowie die ruhigen, grünen Wohnlagen in Langenhorn und Fuhlsbüttel. Der Bezirk gehört zu den am dichtesten besiedelten der Hansestadt und erzählt zugleich ein gutes Stück Hamburger Geschichte.
Wer hier lebt oder den Bezirk besser kennenlernen will, stößt schnell auf erstaunliche Zahlen, große Namen und Orte von Weltrang. Wir haben 31 Fakten über Hamburg-Nord zusammengetragen. Jeder Fakt trägt am Ende eine Nummer, die per Klick zur passenden Quelle springt, deren genaue Adresse sich dort per Mauszeiger anzeigen lässt.
Größe, Lage und Bevölkerung
1. Rund 331.000 Menschen leben im Bezirk
Am 31. Dezember 2024 zählte Hamburg-Nord laut Statistikamt Nord genau 331.291 Einwohner. Damit ist der Bezirk einer der bevölkerungsreichsten der sieben Hamburger Bezirke und liegt nur knapp hinter den Spitzenreitern Wandsbek und Hamburg-Mitte. Auf vergleichsweise kleiner Fläche lebt hier also eine große Zahl von Menschen.1
2. Knapp 58 Quadratkilometer Fläche
Mit einer Fläche von rund 57,8 Quadratkilometern gehört Hamburg-Nord zu den kleineren Bezirken der Hansestadt. Trotz der überschaubaren Größe reicht der Bezirk vom innerstädtischen Hohenfelde an der Alster bis weit in den grünen Norden nach Langenhorn. Große Teile der Fläche sind dabei gar nicht bewohnt, sondern entfallen auf Flughafen, Friedhof und Parks.2
3. Über 5.700 Einwohner pro Quadratkilometer
Die Bevölkerungsdichte lag Ende 2024 bei rund 5.732 Einwohnern je Quadratkilometer und damit deutlich über dem Hamburger Durchschnitt. Hamburg-Nord ist damit der am dichtesten besiedelte Bezirk der Stadt. Die Zahl zeigt, wie eng die zentralen Viertel wie Eppendorf, Hoheluft-Ost und Winterhude bebaut sind, während Friedhof und Flughafen im Schnitt für Entlastung sorgen.3
4. Der Bezirk entstand 1951
In seiner heutigen Form geht Hamburg-Nord auf das Bezirksverwaltungsgesetz vom 11. Mai 1951 zurück, mit dem Hamburg in sieben Bezirke gegliedert wurde. Das markante Bezirksamt an der Kümmellstraße in Eppendorf wurde 1953/54 nach Plänen von Oberbaudirektor Paul Seitz errichtet. Seitdem bündelt es die Verwaltung für die nördlichen Stadtteile.4
5. Dreizehn Stadtteile von Alsterdorf bis Winterhude
Der Bezirk gliedert sich in dreizehn Stadtteile: Alsterdorf, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd, Dulsberg, Eppendorf, Fuhlsbüttel, Groß Borstel, Hoheluft-Ost, Hohenfelde, Langenhorn, Ohlsdorf, Uhlenhorst und Winterhude. Jeder hat seinen eigenen Charakter, vom dichten Altbauviertel Eppendorf bis zum locker bebauten Langenhorn im Norden. Diese Vielfalt macht einen großen Teil des Reizes von Hamburg-Nord aus.5
6. Winterhude ist der größte, Hoheluft-Ost der kleinste Stadtteil
Mit rund 61.000 Einwohnern ist Winterhude der mit Abstand bevölkerungsreichste Stadtteil des Bezirks. Am anderen Ende der Skala liegt Hoheluft-Ost, das mit knapp 9.900 Einwohnern auf besonders kleiner Fläche zugleich extrem dicht bebaut ist. Dazwischen verteilen sich Schwergewichte wie Langenhorn und Barmbek-Nord mit jeweils über 44.000 Bewohnern.6
7. 1950 war Hamburg-Nord der größte Bezirk der Stadt
Im Jahr 1950 lebten im Gebiet des heutigen Bezirks 358.941 Menschen, womit Hamburg-Nord damals der einwohnerstärkste Bezirk Hamburgs war. In den Nachkriegsjahrzehnten sank die Zahl deutlich, bis zur Jahrtausendwende auf rund 276.000. Seitdem wächst der Bezirk wieder kräftig und nähert sich seinem historischen Höchststand an.7
8. Der Bezirk mit dem niedrigsten Migrantenanteil der Stadt
Unter allen sieben Hamburger Bezirken hat Hamburg-Nord den geringsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Während in der Gesamtstadt mittlerweile rund vier von zehn Einwohnern eine internationale Familiengeschichte haben, liegt der Wert hier spürbar darunter. Das prägt das soziale Bild der eher bürgerlich geprägten nördlichen Stadtteile.8
Wahrzeichen und Geschichte
9. Der Friedhof Ohlsdorf ist der größte Parkfriedhof der Welt
Mit rund 389 Hektar Fläche ist der 1877 eröffnete Friedhof Ohlsdorf der größte Parkfriedhof der Welt. Er ist damit größer als der New Yorker Central Park und verteilt sich auf rund 202.000 Grabstätten. Mit seinen weiten Wiesen, Teichen und Baumgruppen ist er für viele Hamburger längst auch ein Ort zum Spazierengehen.9
10. Der Hamburger Flughafen ist der älteste der Welt
Der Flughafen in Fuhlsbüttel wurde am 10. Januar 1911 gegründet und gilt als der älteste durchgehend betriebene internationale Verkehrsflughafen der Welt. Seit November 2016 trägt er den Namen Hamburg Airport Helmut Schmidt. Vor der Corona-Zeit zählte er mehr als 17 Millionen Passagiere im Jahr, 2023 waren es wieder rund 13,6 Millionen.10
11. Der Stadtpark ist eine grüne Lunge von 148 Hektar
Der Hamburger Stadtpark in Winterhude erstreckt sich über rund 148 Hektar und gehört zu den größten Parkanlagen der Stadt. Angelegt wurde er ab 1910 nach Plänen von Oberbaudirektor Fritz Schumacher und 1914 eröffnet. Mit Festwiese, Planschbecken und Stadtparksee ist er bis heute das wichtigste Naherholungsgebiet im Bezirk.11
12. Das Planetarium sitzt im alten Wasserturm
Mitten im Stadtpark thront das Planetarium Hamburg in einem ehemaligen Wasserturm, der zwischen 1912 und 1916 erbaut wurde. Seit 1930 dient das Gebäude als Sternentheater und zählt damit zu den ältesten Planetarien der Welt. Nach einer großen Modernisierung gehört es heute zu den meistbesuchten Sternentheatern überhaupt.12
13. Auf der Freilichtbühne spielten die Rolling Stones
Die Freilichtbühne im Stadtpark wurde 1923/24 von Gartenbaudirektor Otto Linne nach dem Vorbild antiker Amphitheater angelegt. Konzerte unter freiem Himmel gibt es hier bereits seit 1914, in seiner heutigen Form läuft das Stadtpark Open Air seit 1975. Die benachbarte Festwiese wurde dagegen nur dreimal als Konzertfläche genutzt, nämlich für David Bowie, Pink Floyd und die Rolling Stones.13
14. Das UKE wurde 1889 in Eppendorf eröffnet
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, kurz UKE, wurde am 17. Mai 1889 als Neues Allgemeines Krankenhaus eröffnet. Heute ist es mit rund 16.100 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt und behandelt jährlich etwa 572.000 Patienten. Das weitläufige Klinikgelände prägt den Westen des Bezirks bis heute.14
Wirtschaft und Kultur
15. Das UKE ist einer der größten Arbeitgeber Hamburgs
Mit seinen rund 16.100 Mitarbeitern zählt das UKE zu den größten Arbeitgebern der Hansestadt und bildet zugleich über die Medizinische Fakultät rund 3.500 angehende Ärzte, Zahnärzte und Hebammen aus. Forschung, Lehre und Krankenversorgung treffen hier auf engem Raum aufeinander. Damit ist Eppendorf weit über Hamburg hinaus als Medizinstandort bekannt.15
16. Eppendorf gilt als eine der besten Adressen Hamburgs
Rund um die Eppendorfer Landstraße und den Eppendorfer Marktplatz hat sich eines der gefragtesten Wohn- und Einkaufsviertel der Stadt entwickelt. Boutiquen, Cafés und Restaurants prägen das Bild, die Altbauten zählen zu den teuersten der Stadt. Wer das Viertel kulinarisch erkunden will, findet bei unseren Cafés in Hamburg-Nord jede Menge Anlaufpunkte.16
17. Barmbek war einst ein Zentrum der Arbeiterbewegung
Anders als das bürgerliche Eppendorf entwickelte sich Barmbek im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem dicht bebauten Arbeiterstadtteil mit Fabriken und Mietskasernen. Aus dieser Tradition heraus war Barmbek lange eine Hochburg der Arbeiterbewegung. Heute erinnert das Museum der Arbeit in einer alten Fabrik an diese Vergangenheit.17
18. Rund um die Alster liegen rund 90 Kilometer Wasserläufe
Hamburg-Nord ist von Wasser durchzogen: Allein im Bezirk verlaufen rund 90 Kilometer an Alsterläufen, Kanälen und Fleeten. Die Alster mit ihren Nebenarmen prägt vor allem Uhlenhorst und Winterhude und sorgt für begehrte Wasserlagen. Kanu, Ruderboot und Stand-up-Paddle gehören hier im Sommer fest zum Stadtbild.18
Natur und Freizeit
19. Das Eppendorfer Moor ist ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt
Im Westen des Bezirks liegt mit dem Eppendorfer Moor ein kleines, aber wertvolles Naturschutzgebiet inmitten der dicht bebauten Stadt. Auf wenigen Hektar haben sich Moorflächen, Tümpel und seltene Pflanzen erhalten. Holzstege führen Besucher durch das Gelände, ohne den empfindlichen Lebensraum zu stören.19
20. Der Stadtparksee lädt zum Rudern und Baden ein
Im Herzen des Stadtparks liegt der künstlich angelegte Stadtparksee, an dessen Ufer im Sommer ein Naturbad mit großer Liegewiese lockt. Ruderboote drehen ihre Runden, während auf den Wiesen ringsum gegrillt und entspannt wird. Damit ist der See einer der beliebtesten Treffpunkte des Bezirks an warmen Tagen.20
21. Langenhorn ist der grüne Norden des Bezirks
Ganz im Norden grenzt Langenhorn mit weiten Siedlungsgebieten, Schrebergärten und der Klinik Ochsenzoll an das Hamburger Umland. Der Stadtteil ist mit über 48.000 Einwohnern einer der größten des Bezirks, wirkt durch viel Grün und Reihenhäuser aber deutlich lockerer als die Innenstadtviertel. Hier zeigt sich das ländlichere Gesicht von Hamburg-Nord.21
Wohnen und Kosten
22. Mieten deutlich über dem Hamburger Schnitt
Hamburg-Nord gehört preislich zu den teuersten Bezirken der Stadt. Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche Angebotsmiete bei rund 14 Euro pro Quadratmeter und damit klar über dem im Mietenspiegel ausgewiesenen Hamburger Mittelwert von 9,94 Euro je Quadratmeter. Gefragte Lagen wie Eppendorf und Winterhude liegen noch einmal darüber.22
23. Große Preisunterschiede zwischen den Stadtteilen
Innerhalb des Bezirks klaffen die Wohnkosten weit auseinander. Während die Alstervillen in Uhlenhorst und die Altbauten in Eppendorf zu den teuersten Adressen Hamburgs zählen, finden sich in Dulsberg, Barmbek-Nord oder Langenhorn häufig günstigere Wohnungen. Wer den Alltag organisieren will, hat dabei kurze Wege: vom Bäcker bis zum Fitnessstudio liegt vieles direkt um die Ecke, etwa unter den Bäckereien in Hamburg-Nord.23
Verkehr und Anbindung
24. Die Ringlinie U3 verbindet den Bezirk mit der City
Hamburg-Nord ist hervorragend an das Schnellbahnnetz angebunden. Die U-Bahn-Linien U1 und U3 sowie die S-Bahn-Linie S1 durchziehen den Bezirk und verbinden Stadtteile wie Barmbek, Ohlsdorf und Fuhlsbüttel eng mit der Innenstadt. Der Bahnhof Barmbek ist dabei einer der wichtigsten Umsteigeknoten im Norden der Stadt.24
25. Mit der S1 fährt man direkt zum Flughafen
Seit 2008 hält die S-Bahn-Linie S1 direkt unter dem Flughafen Hamburg in Fuhlsbüttel. Aus weiten Teilen des Bezirks erreicht man die Abflughalle damit in wenigen Minuten ohne Umsteigen. Diese kurze Anbindung an einen der ältesten Flughäfen der Welt ist ein echter Standortvorteil für Hamburg-Nord.25
Politik und was sich verändert
26. Die Grünen gewannen die Bezirkswahl 2024
Bei der Bezirksversammlungswahl im Juni 2024 wurden die Grünen mit rund 27,9 Prozent stärkste Kraft und holten 15 der 51 Sitze. Dahinter folgten die SPD mit zwölf und die CDU mit zehn Sitzen. Hamburg-Nord gilt damit als eine der grünen Hochburgen der Stadt.26
27. Zwei von drei Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab
Die Beteiligung an der Bezirkswahl 2024 lag in Hamburg-Nord bei rund 67,3 Prozent und damit auf einem für Kommunalwahlen hohen Niveau. Das zeigt, wie stark sich viele Bewohner für die Geschicke ihres Bezirks interessieren. In der Bezirksversammlung sind neben den großen Parteien auch FDP, Linke, AfD und Volt vertreten.27
28. Die neue U5 soll den Bezirk besser erschließen
Mit der geplanten U-Bahn-Linie U5 soll Hamburg-Nord in den kommenden Jahren noch besser angebunden werden. Die neue Linie ist als Querverbindung quer durch die Stadt gedacht und soll bislang schlechter erschlossene Quartiere ans Schnellbahnnetz holen. Erste Abschnitte sollen rund um das Jahr 2030 in Betrieb gehen.28
29. Der Bezirk wächst weiter
Nach Jahren des Schrumpfens legt Hamburg-Nord seit der Jahrtausendwende kräftig zu: Von rund 276.000 Einwohnern im Jahr 2000 stieg die Zahl bis Ende 2024 auf über 331.000. Damit nähert sich der Bezirk wieder seinem historischen Höchststand von 1950 an. Mehr Einwohner bedeuten zugleich einen wachsenden Bedarf an Wohnungen, Schulen und Kitas.29
30. Nachverdichtung trifft auf knappe Flächen
Weil große Teile des Bezirks von Flughafen, Friedhof und Parks belegt sind, bleibt für neuen Wohnraum nur wenig Platz. Der Bezirk setzt deshalb auf behutsame Nachverdichtung in bestehenden Quartieren statt auf großflächige Neubaugebiete. Wer hier sportlich aktiv werden will, findet trotz der Dichte ein breites Angebot, etwa bei den Fitnessstudios in Hamburg-Nord.30
31. Ein Bezirk zwischen Großstadt und Naherholung
Hamburg-Nord bleibt ein Bezirk der Gegensätze, in dem dichte Altbauviertel, weite Parks und ein internationaler Flughafen dicht beieinander liegen. Ob am Stadtparksee, im Trubel von Eppendorf oder auf den stillen Wegen des Ohlsdorfer Friedhofs: Die kommenden Jahre entscheiden darüber, wie der Bezirk Wachstum, Grün und Lebensqualität miteinander verbindet. Spannend bleibt es allemal.31